Artikel-Schlagworte: „Festival Musik und Politik“

Gruß von Konstantin Wecker

Liebe Freunde,

es tut mir sehr leid, dass ich bei der Hommage für Mikis Theodorakis nicht live dabei sein kann. Ich werde natürlich trotzdem auch weiterhin dem »Festival Musik und Politik« ebenso wie Dr. Lutz Kirchenwitz verbunden bleiben.

Gerade für Mikis, diesen aufrechten Menschen, den ich wirklich sehr bewundere und mit dem ich schon die Ehre hatte, gemeinsam auf der Bühne zu stehen – gerade für diesen großen Musiker hätte ich natürlich gerne meinen Beitrag geleistet.

Mit dem Herzen bin ich bei Euch und wünsche Euch allen ein großartiges, beseeltes und engagiertes Konzert.

Euer Konstantin

12. Februar 2010

Grußwort von Mikis Theodorakis zum Festival Musik und Politik 2010

Ich freue mich sehr, dass die Institution »Politisches Lied« den Verfallserscheinungen der Zeit widersteht. Ich möchte diesen Anlass nutzen, um klarzustellen, dass ich in
diesem Zusammenhang mit dem Begriff des »Politischen« nichts eng Parteipolitisches, das im Dienste irgend einer Politik steht, assoziiere und niemals assoziiert habe.
»Pólis« – ein altgriechisches Wort, von dem die Begriffe »Polítis« (Bürger), »Politik«, »Politismós« (Kultur) abgeleitet wurden –, das ist ein universeller Begriff; die »Pólis« umfasst die Gesamtheit einer Gesellschaft, eines Volkes, einer Nation. Ich würde sagen, »Pólis« meint heutzutage die Gesamtheit der freien Menschen auf der ganzen Welt, die sich im Sinne der großen Ideale engagieren: für Frieden, Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und Kultur.

Die Musik vermag über Grenzen und trennende Unterschiede hinweg das Wesen des Menschen auszudrücken, einschließlich all dessen, was er für wertvoll erachtet.
Musik ist kein Phänomen, das sich irgendwo fern von den Menschen offenbart oder sich in für sie unerreichbaren Sphären ereignet, sondern sie steht im Dienst der Selbstverwirklichung des Menschen. Nur dann ist sie wirklich Teil des Lebens und stärkt diejenigen, die sich nicht schonen und ihre Kraft für den Kampf um die humanistischen Werte einsetzen.

Wenn ich also »Politisches Lied« sage, dann meine ich das dem Wesen der menschlichen Seele entsprechende Lied, das nach Wahrhaftigkeit strebt und den Menschen auf seiner Suche nach Harmonie und Erfüllung begleitet.

Mikis Theodorakis in Berlin, DDR

Mikis Theodorakis in Berlin, DDR

Mikis Theodorakis
5. Januar 2010

Festivalvorschau 2010

Das Programm des “Festivals Musik und Politik 2010″ ist nun veröffentlicht. Eine Vorschau finden Sie hier.

Ist die gegenwärtige Krise des Kapitalismus schlecht für das soziale Klima, aber gut für das politische Lied? Wollen wieder mehr Künstler „die Verhältnisse rocken, die Welt ändern“, wie es auf einer jüngst erschienenen CD heißt? Diese Fragen fokussiert unser diesjähriges FOLKER-Gespräch, und sie ziehen sich durch das gesamte Festival Musik und Politik vom 25. bis 28. Februar 2010 in Berlin.

Das Eröffnungskonzert bestreitet die englische Folk-, Punk- und Rockband Bleeding Hearts. „Mikis Theodorakis Hommage“ heißen eine Ausstellung und ein Konzert, die dem großen griechischen Komponisten anlässlich seines bevorstehenden 85. Geburtstags gewidmet sind (mit Petros Pandis/GR, Gina Pietsch, Konstantin Wecker u.a.)

Wladimir Wyssozki, der vielleicht wichtigste, sicher aber bekannteste Künstler der späten Sowjetunion steht 30 Jahre nach seinem Tod im Mittelpunkt eines Konzerts (Reinhold Andert, Dan Fägerquist/S, UMKA & Bronewitchok/RU u.a.). Die Liederbestenliste präsentiert ihre Jahrespreisträger 2009, Danny Dziuk und Johanna Zeul (Förderpreisträgerin), und weitere Musiker. Das Theater Rudolstadt gastiert mit seiner Anti-Depressionsrevue „Drunter und drüber“ (Regie: Steffen Mensching). HipHopper aus dem ganzen Bundesgebiet stellen ihr Gemeinschaftsprojekt „La Résistance“ vor (Bütti und Bomba Big B von Anarchist Academy, Chaoze One, Microphone Mafia u.a.). Festivalzentrum ist wie immer die WABE. Weitere Spielstätten sind u.a. das Zapata, Maxim Gorki Theater und die Volksbühne.

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