Archiv für die Kategorie „Interviews“

FOLKER-Gespräch 2010

Krise des Kapitalismus – »schlecht für das soziale Klima (…), aber gut für das politische Lied«?
FOLKER-Gespräch
Sonnabend, 27. Febr. 2010, 16 Uhr, ZwiEt

Teilnehmer:

  • Bernadette La Hengst
  • Tapani Gradmann (The Incredible Herrengedeck)
  • Kutlu Yurtseven (Microphone Mafia)
  • Moderation: Michael Kleff (Journalist, Bonn/New York)

Kleff: Herzlich willkommen zum FOLKER-Gespräch hier beim Festival »Musik und Politik«. Ist ja mittlerweile auch schon eine Tradition. Für alle, die den FOLKER noch nicht kennen – so sieht er aus, und es gibt auch noch einige Exemplare hier, wenn man rausgeht, auf dem Informationstisch. Ich hätte gerne den neuen FOLKER hier gehabt, da ist nämlich ein Beitrag über die Mitdiskutantin drin … Diesen Beitrag weiterlesen »

2009: Tapete

Tapete - Hiphop aus BerlinKlaus-Peter Renneberg im Gespräch mit dem Hiphop-Künstler Tapete aus Berlin.

Klaus Peter Renneberg: Ich habe so ein bisschen die vulgäre Vorstellung, man nimmt eine schleimige Masse, tut sie auf ein Papier und hängt das ganze an die Wand und das nennt man dann Tapete, um zu kaschieren oder um zu verschönern – je nachdem. Neben mir sitzt jemand, der sich Tapete nennt. Tapete: Willst Du kaschieren oder verschönern?

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2009: multicult 2.0 (mit Wolfgang König)

Danja Schilling: Hallo und herzlich willkommen, Wolfgang König. Du bist Ex-Radioredakteur und -moderator von Radio Multikulti und einer der Begründer und Mitarbeiter von Radio multicult 2.0. Außerdem spielst Du mit Deinen Kollegen als Los Multikultis unser Abschlusskonzert hier auf unserem Festival Musik und Politik. Eure Bandtätigkeit und Euer Konzert soll jetzt nicht unser Thema sein, weil uns aktualiter andere Dinge brennend interessieren. Diesen Beitrag weiterlesen »

2009: Billy Bragg, Hans-Eckardt Wenzel

Billy Bragg im Gespräch

In Zusammenarbeit mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung und »Helle Panke« e.V.

»Love & Justice« – »Glaubt nie, was ich singe«

Folker!-Gespräch (Michael Kleff) mit Billy Bragg und Hans-Eckardt Wenzel über Künstleridentität in politisch bewegten Zeiten

Kleff: Mit »Love and Justice. Glaubt nie, was ich singe« ist das Folker!-Gespräch beim diesjährigen Festival Musik und Politik überschrieben. Seine Idee ist, dass wir uns unterhalten über die Identität von Künstlern in, wie wir es formuliert haben, politisch bewegten Zeiten. Und die Zeiten, in denen wir leben, sind ja sichtlich bewegt. Billy Bragg, Hans-Eckardt Wenzel – ich glaube, zu den Künstlern muss ich nicht viel sagen an dieser Stelle. Ich hab mir gedacht, dass wir damit beginnen, dass beide erst einmal von sich heraus versuchen, zu formulieren, wie sie sich selbst sehen, als Künstler ihrer Gesellschaft. Welche gesellschaftliche, welche politische Rolle sie als Künstler spielen.

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2009: Bragg & Wenzel – Publikumsfragen

Ergänzung zum Podiumsgespräch mit Billy Bragg und Hans-Eckardt Wenzel

KLEFF: Wir haben noch gut zwanzig Minuten und damit eröffnen wir das Gespräch mit dem Publikum.

PUBLIKUM 1: Zwei kurze Fragen und eine Anmerkung. Die Anmerkung bezieht sich auf die Positionierung von Musikern bei Wahlen wie in den USA. Man darf nicht vergessen, dass es noch eine dritte Gruppe gab, meinetwegen um „Rage Against The Machine“ und Tom Morello, die eine ganz andere Position dazu hatten…

KLEFF: ….die aber auch Obama unterstützt haben… Diesen Beitrag weiterlesen »

2009: Interview José Alejandro Delgado

José A. Delgado und Band

Stefan Koerbel: Ein Höhepunkt unseres Festivals wird zweifellos unser weit gereistester Gast sein. Aus Venezuela begrüßen wir ganz herzlich José Alessandro Delgado. Herzlich willkommen in Berlin. Mit Lateinamerika ist es immer am schwierigsten zu verhandeln. Die Absprachen gehen über einen Ozean und manchmal hat man den Eindruck, dass der Ozean kocht. Erst seit drei Tagen sind wir gewiss, dass er kommen würde. Um so mehr freuen wir uns, dass es geklappt hat. Maßgeblich dazu beigetragen hat die Botschaft Venezuelas, ohne deren Unterstützung dieses Konzert nicht möglich gewesen wäre. Wir freuen uns auch, dass wir schon zum zweiten Mal Künstler aus Venezuela einladen konnten. Das sieht ja schon fast nach einer Kontinuität aus. Erzähl mal ganz kurz: wie kam die Einladung zu Euch?…

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2009: Jürgen Balitzki

Petra Schwarz: Jürgen Balitzki, der Mann, der „Born in the GDR“ für die Ausstellung zusammengestellt hat, Musikjournalist seit 100 Jahren, im DDR-Rundfunk, bei DT 64, jetzt viele, viele Jahre schon beim RBB. Bali, warum diese Auswahl unter dem Titel „Zeitzeichen – Lieder für alle, die alles wagen“?
Jürgen Balitzki: „Sandow ist eine ganz wichtige Band für eine neue Zäsur in der DDR-Rockmusik. Das sind die so genannten schrägen Bands gewesen. Die strukturell und von ihren Inhalten her was völlig anders machen wollten. Sandow kam und kommt aus Cottbus. Benannt nach Cottbus` Neubaustadtbezirk Sandow. Im Prinzip sind Sandow eine kleine Replik auf die Einstürzenden Neubauten. Neubauten standen allerdings in Cottbus noch, Und Sandow sagten sich damals: In diesen kleinen Quadraten, in denen wir wohnen, werden wir einmal Musik machen.“ Und das haben sie getan. Hier auf der Ausstellungstafel sieht man etwas über den Film „flüstern und SCHREIEN“, ein ganz wichtiger Film der Endzeit der DDR, in dem über diese schräge Szene ausführlich berichtet wurde, u.A. über Sandow, natürlich auch über andere Bands wie „feeling B“. Und Sandow hat in ihm einen ganz großen wichtigen Beitrag für diese Umwälzungsphase – nämlich „Born in the GDR“.
Es geht zurück auf das berühmte Stück Bruce Springsteens „Born in the USA“. Die Geschichte ist schnell erzählt. Im Juli 1988 fand ein riesengroßes Konzert in Weißensee statt und Bruce Springsteen sang seinen Song. Und alle DDR-Konzertbesucher sangen mit. Und das hat Kai-Uwe Kohlschmidt von Sandow so in Rage gebracht oder in ironische Distanz dazu, dass er gesagt hat „Wie kann es eigentlich sein, dass Zehntausende DDR-Menschen dieses Lied mitsingen. Die haben doch mit den USA gar nichts zu tun und sind in der DDR geboren. Warum gibt es kein Lied, das genau das feststellt?“ Das ist so ne Art Ironie, Satire? Auf jeden Fall ein ganz wichtiges Stück für diese Zeit.
Petra Schwarz: In welchem Jahr war das genau?
J. B.: Die Konzerte fanden 1988 statt.
P.S.: Dann haben Sandow gleich den Song geschrieben, wir sprechen also quasi von Wendezeiten?
J.B.: Kai-Uwe Kohlschmidt war nicht auf dem Konzert, sondern hat es sich im DDR-Fernsehen angesehen und dann ist der Text innerhalb kürzester Zeit aus ihm heraus gebrochen. Das war ja eigentlich so eine Intellektuellen-Combo, wenn man so will. Die wollten alles ganz künstlich machen. Alles ganz wichtig. Alles ganz bedeutungsvoll. Und in dem Fall ist quasi der Bauch mit ihm durchgegangen. Und er hat diesen Text geschrieben und im Nu war das Ding fertig und ist in der Endzeit der DDR auf Platte erschienen. Aber hatte dann keine Bedeutung mehr.
P.S.: Das war sozusagen die Crux an der ganzen Geschichte. Es war ja zu DDR-Zeiten noch relativ ungewöhnlich, dass eine DDR-Band  einen englischen Text macht, oder?
J.B.: Es gab zu DDR-Zeiten schon gelegentlich englische Texte. Aber sie waren nicht erwünscht. Das ist sicher richtig. Und „Born in the GDR“ einfach so als Textzeile zu nehmen und im Übrigen dann deutsche Verse zu schmieden, das ist ja der besonders wichtige Kontrast. Und jeder wusste, was damit gemeint war.
In der Nachwendephase ist dieser Titel dann missverstanden worden im Sinne einer nostalgischen Ausdeutung. Das hat Sandow überhaupt nicht gefallen, weshalb sie es aus ihrem Repertoire raus nahmen. Obwohl es nach wie vor ihr Hit ist. Und einen anderen hatten sie nicht.
P.S.: Herr Balitzki. Wir bedanken und herzlich für das Gespräch.

Petra Schwarz: Jürgen Balitzki, der Mann, der „Born in the GDR“ für die Ausstellung zusammengestellt hat, Musikjournalist seit 100 Jahren, im DDR-Rundfunk, bei DT 64, jetzt viele, viele Jahre schon beim RBB. Bali, warum diese Auswahl unter dem Titel „Zeitzeichen – Lieder für alle, die alles wagen“?

Jürgen Balitzki: „Sandow ist eine ganz wichtige Band für eine neue Zäsur in der DDR-Rockmusik. Das sind die so genannten schrägen Bands gewesen. Die strukturell und von ihren Inhalten her was völlig anders machen wollten… Diesen Beitrag weiterlesen »

Interview: Blackfire (USA)

Die US-amerikanische Band BLACKFIRE war beim Festival 2009 zu Gast. Über ihre Musik und ihre politische Arbeit als american natives, Musiker des indianischen Navajo-Stammes, sprach mit ihnen der Journalist Michael Kleff.

Hier gibt es das Interview zu hören:

Videoclips
Umka & Bronevik (Russland)
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